Unseren Stellplatz haben wir für drei Tage bekommen und so schließen sich also noch zwei Nächte hier an. Sie bleiben ereignisarm, weil es tagsüber recht heiß ist. Und so bewegen wir uns möglichst wenig und spielen im Schatten unserer Markise viel „Zug um Zug“ und „Azul“.
Heute geht es weiter nach Pietramurata, wo wir telefonisch einen Campingplatz gefunden haben, auf dem für einige Tage ein Plätzchen für uns verfügbar ist.
Nachdem wir gestern am Idro-See keinen Platz auf einem (für uns erreichbaren) Campingplatz bekommen haben, sinkt die Stimmung kurzzeitig gegen Null. Dann entscheiden wir uns, zum Gardasee weiter zu fahren, wo wir in San Felice del Belnacco auf dem Camping Fornella für drei Tage etwas finden. Der Stellplatz ist ganz am Rande des Geländes und so stehen wir hier sehr ruhig.
Heute mache ich gleich morgens eine Fahrradtour zu einer etwas im Hinterland versteckten Ölmühle, die wir aus den Vorjahren kennen und deren Olivenöl wir gerne hier kaufen. (Danke an unsere Freunde, die uns diesen Platz vor Jahren gezeigt haben!)
Den Hinweg wähle ich am See entlang, so gut das hier geht.
Je ein fünf-Liter-Kanister passt rechts und links in die Fahrradtaschen.
Für den Rückweg – nun um 2×5+2=12 Kilo schwerer – lasse ich mir von OsmAnd+ eine Strecke mit wenig Steigungen vorschlagen. Sie führt unter anderem durch den Ortskern von Polpenazze.
Polpenazze del GardaBlick ins Land vom Platz vor der Chiesa della Natività della Madonna in Polpenazze del GardaSan Felice del Belnaco, Santuario della Madonna del Carmine
Nach der Rückkehr zum Platz sind die nächsten Stunden des Tages wieder so warm, dass eine ausgedehnte Siesta im Schatten angesagt ist.
Nun geht es in die Berge westlich des Lago di Garda. Unser erster Stopp ist am Lago di Ledro, wo wir ein Plätzchen auf dem Campeggio Al Sole in Molina di Ledro finden. Wegen der kräftigen Sonne verbringen wir den Tag weitgehend im Schatten sitzend. Eine Umrundung des Sees (knapp 10 km) schließt den Tag ab.
Wieder sind wir ohne einen gebuchten Platz unterwegs – und sind so verwegen, dass wir Limone sul Garda sehen wollen. Auf den beiden Campingplätzen ist (erwartungsgemäß) auch eine einzelne Nacht nicht zu bekommen – kein Wunder, bei der Lage. Aber park4night.com hat einen für Wohnmobile auch nachts freigegebenen Parkplatz mitten in der Stadt empfohlen und dort ist tatsächlich noch eine Lücke für uns frei. Und so machen wir uns auf zur Besichtigung des Ortes.
Limone sul Garda, Lungolago MarconiLimone sul Garda, Piazza GaribaldiLimone sul Garda, Porto VechhioLimone sul Garda, an der Via NovaLimone sul Garda, von der Terrasse der Chiesa San Benedetto aus.Limone sul Garda, spagna
Nach diesem sehr sonnigen und heißen Tag gönnen wir uns eine Dusche im Wohnmobil mit toller Aussicht von unserem Parkplatz…
Heute wandern wir im Tal der Papiermühlen, die dort schon vor Jahrhunderten die Wasserkraft genutzt haben. Am Ende besichtigen wir dieses Museum. Der erste gesicherte Hinweis auf die Papierherstellung stammt aus dem Jahre 1381, das wurde im 16. Jh durch die Pest unterbrochen. Ein Neubeginn gelang erst nach der Ausbildung neuer Papiermacher im 17. und 18.Jh. Viele Papierfabriken hielten auch in der Industrialisierung an handwerklichen Methoden fest und waren so auf Dauer nicht wettbewerbsfähig. So schlossen die meisten im 19.Jh
Der Wasserfall im Tal trieb die Mühlen an, alles lief bis ins 19. Jh über Wasserkraft, die seit den 60er Jahre des letzten Jh. wieder in einem Kraftwerk genutzt wird. Wettbewerbsfähig war man damit im 19. Jh nicht und man versuchte es mit Dampfmaschinen.
Papiermühlenmuseum
Papiermanufaktur begonnen im 13. Jh, geendet im 19.Jh Auf dem Weg kommen wir an verschiedenen Ausgrabungsstätten vorbei, weil viele -Manufakturen aufgegeben wurden bzw die Industrialiserung viele sterben ließ.
Die Caldare- Lumpenstampfbecken
Die Papierbögen wurden zum Abschluss in Leim eingetaucht, damit sie Schrift und Tinte besser hielten und strapazierfähiger wurden. Durch den Handel der Venezianer kam das Papier im Mittelalter und Neuzeit fast überall hin.Ausblick auf das Papiermuseum, Toscolano und den GardaseeLa dolce vita – im Museumscafe
Nach einer Nacht auf einem einfachen Parkplatz in Gargnano (nach dem gestrigen Restaurantbesuch) wachen wir auf und da es im Sommer am Gardasee eigentlich immer alles ausgebucht ist / sein soll, haben wir nun „etwas“ Sorge, ob wir nach der langen Fahrt hier überhaupt unterkommen werden? Einige Campingplätze werden herausgesucht und gleich das erste Telefonat glückt – so geht es auf nach Toscolano.
Uferpromenade bei Maderno
Wir laufen an der Uferpromenade an den anderen Campingplätzen vorbei und sind sehr froh, auf unserem Platz zu sein: jede Menge Animation auf unserem Nachbarplatz.
Maderno-„City“
Der Ort ist trubelig am Wasser, dahinter ist Ruhe. Es gibt gleich eine Kugel Pompelmo (wie sonst in Bardolino und es gibt das Eis gleich, man muss nicht ein paar Tage fragen 🙂
Im Anschluss an Friedrichstadt haben wir für fünf Tage in Tönning reserviert – aber der Wetterbericht für die nächste Woche sieht noch schlechter aus, als wir es in den letzten Tagen schon erleben: Regen und Wind – das ist nicht das, was wir uns für unsere verbleibenden zwei Urlaubswochen vorstellen.
Und zunächst nur neugierig, dann mehr und mehr neidisch betrachten wir den Wetterbericht für unser lieb gewonnenes Urlaubsziel an den norditalienischen Seen. Und siehe da: Am Gardasee ist für die nächsten zwei Wochen durchgehend Sonne angesagt! So entscheiden wir uns nach dem Frühstück zu einem spontanen Ortswechsel um ca. 1300 km nach Süden.
Freitag Vormittag fahren wir los und kommen bis Hilpoltstein (das ist südlich von Nürnberg). Am Samstag dann noch der Hüpfer über den Brenner und so kommen wir (nach diversen Staus natürlich) in Gargnano an, wo wir Freunde treffen, die hier gerade zwei Wochen sonnigen Urlaub verbracht haben. Sie zeigen uns einen zauberhaften Ort über dem Gardasee: Das Ristorante „Belvedere“ in Zuino.
Blick auf die Terrasse des „Belvedere“ in Zuino, darunter Gargnano und der Lago di Garda
An unserem zweiten Tag in Friedrichstadt wollten wir uns eigentlich mit dem Fahrrad die Umgebung ansehen, aber das Wetter ist als regnerisch angesagt und wir sind ja eher auf Bequemlichkeit ausgerichtet. Am Nachmittag entscheiden wir uns dann, die Stadt von der Wasserseite aus anzusehen – schade nur, dass wir uns nun wiederum so spät entschieden haben, dass die nächste Fahrt mit verfügbaren Plätzen erst um 16:15 fährt – und gegen 17 Uhr ist Regen angesagt… Aber da müssen wir jetzt durch.
Und das verhilft uns zu einem besonderen Event: Unter einer der großen Brücken wartet der Schiffsführer mit unserem offenen Kahn auf einen Kollegen, der mit einem zweiten, überdachten Boot kommt und wir steigen „auf hoher See“ in das zweite Boot um – so geht es dann im Regen, aber eben für uns als Fahrgäste trocken weiter.
Heute sind wir nach Friedrichstadt umgezogen, wo wir auf einem modernen, großzügig angelegten Stellplatz in fußläufiger Entfernung zur Altstadt stehen.
Heute ist es sonnig, aber nur mäßig warm – recht angenehm für den Stadtbummel.
Prinzenstraße„Doppelgiebelhaus“ von 1624 in der Prinzenstraßeam MarktplatzMittelburgwall
Rundum: Friedrichstadt ist ein niedliches Städtchen an der Mündung von der Treene in die Eider, das übrigens gerade in diesem Jahr sein 400-jähriges Bestehen feiert. Natürlich ist die Bezeichnung „Venedig des Nordens“ angesichts der sehr überschaubaren Zahl von Grachten und der Größe des Städtchens heftig übertrieben, aber wer wollte das schon kritisieren…