Nach der Nacht auf dem Campingplatz in Killarney schauen wir uns nun in der Stadt um. Viele Geschäfte und Kneipen. Das im Reiseführer beworbene „Killarney House and Garden“ hätten wir uns sparen können.
Südlich von Killarney liegt am Lough Leane die Ruine des Ross Castle. Hier sehen wir, dass der „Ring of Kerry“ bekannter ist als die drei bisher besuchten Halbinseln: Viel mehr Menschen und Verkehr. Außerdem ist heute Sonntag, da sind vielleicht auch irische Ausflügler dabei.
Für die nächsten zwei Nächte haben wir in Cahersiveen auf dem Mannix Point Camping and Caravan Park reserviert. Mortimer – mit dem ich die Resevierung per E-Mail abgewickelt hatte – erinnert sich an unsere sehr frühe Reservierung, die wir ja schon bei der ersten Planung gemacht hatten. Und vielleicht ist das auch der Grund, dass wir den besten Platz der gesamten Anlage bekommen: Wir stehen ganz vorn an der Spitze direkt am Wasser. Noch ist Ebbe – aber das wird sich ändern.
Weiter geht es auf schmalen Straßen, die wir uns dieses Mal mit Schafen teilen müssen, nach Kenmare.
Dort ist trubeliges Leben, wie wir es schon eine ganze Zeit nicht kennen, wir stürzen uns einmal hinein.
Neben Pubs und Restaurants gibt es Läden mit Pullovern etc aus Schafswolle. Weiter geht es durch den Killarny National Park, den wir auch ein wenig erwandern, bevor es in die nächste größere Stadt geht. Mit uns fahren Reisebusse die Strecke und wir sind froh, dass wir ab morgen den Ring of Kerry in der gleichen Richtung und nicht entgegen fahren.
Wir wandern auf ausgebauten Wegen unten an den See und sehen Gruppen, die dort mit Booten über mehrere Seen gefahren werden.
Der Abschluss des Tages bildet das Muckross House. Es wurde 1843 für Henry Arthur Herbert und seine schottische Frau Mary Balfour im neoelisabethischen Stil erbaut. Natürlich musste jeder Räume für Königin Viktoria bereithalten, so besuchte sie das Haus 1861. 1899 erwarb das Haus die Guiness-Famlie, bevor es 1911 von dem Amerikaner William Bowers Bourn gekauft wurde, Er schenkte es seiner Tochter. Als diese starb, stiftete es der Ehemann dem irischen Staat.
Aus den verschiedenen Ländern wurden viele Gegenstände und Wandbehänge erworben. Porträts von allen Bewohnern hängen an den Wänden.
Um Muckross House herum ist ein riesiger Garten mit einer Farm, Geschäften und einem Restaurant sowie zu unserer Freude ein riesiger Parkplatz mit extra Plätzen für uns als Wohnmobilfahrern.
In Killarny haben wir heute einen Campingplatz und wir genießen ein gutes Essen.
Nach der Nacht am kleinen Hafen von Bantry besuchen wir am Morgen Bantry House and Gardens. Der SecondEarl of Bantry Richard White (1800-1865) erbaute diesen Landsitz und seine sieben Terrassengärten.
Dann steht heute die Rundfahrt auf der Beara-Halbinsel an. Die Straßen sind teilweise für uns schon grenzwertig: Auf den einspurigen Abschnitten passen wir gerade so durch.
An der Spitze der Halbinsel führt eine Seilbahn zur vorgelagerten Dursey Island.
Der Rückweg führt über eine besonders spektakuläre (und enge) Straße auf der Nordseite.
Heute steht Mizen Head auf dem Programm und auf dem Weg kommen wir an Stränden und wunderbarer schroffer Landschaft vorbei. Das Wasser ist kristallklar und hellblau. Da wieder Ebbe ist, ist der Weg noch weit.
Mizen Head ist die südwestlichste Spitze Irlands und war der wichtigste Signalisierungspunkt, wo sich die Reedereien von den Schiffen erst mit Flaggen- und dann mit Funksignalen entweder angekündigt oder verabschiedet haben. Hier gab es die letzten Nachrichten für die große Fahrt. Zu den zahlreichen Aussichtspunkten führen sorgfältig und touristisch ausgebaute Wege mit vielen Zäunen, die sonst nur die Schäfe einhegen, hier sollen sie die Menschen beschützen.
Von hier hat man grandiose Blicke auf weitere Felsformationen.
Auf der Weiterfahrt kann man wie so oft kaum anhalten, weil die Straße nur eine Spur besitzt und man bei Gegenverkehr in Ausbuchtungen zurücksetzen muss. Gott sei Dank ist das selten der Fall. Auf den Wegen begegnen uns wenig Autos.
Unser Nachtquartier wird Bantry, da wir diesen Mal keinen schönen Freiplatz gefunden haben.
Heute zeigt sich der „Wild Atlantic Way“ mit viel (landwirtschaftlich geprägter) Natur und mit Blicken auf das Meer.
Auf der meist einspurigen Straße ist kaum Verkehr.
Den Abend verbringen wir am Hafenpier von Schull.
Beim Einkauf heute Vormittag haben wir uns mit Donuts* versorgt, die nun von Latte Macciato und einem Blick auf das Treiben in dem kleinen Hafen begleitet werden. *Donuts sind hier das, was bei uns wohl eher „Berliner“ (Pfannkuchen) heißt. Die bei uns übliche Donut-Form gibt eshier als „Donut Ring“.
Wir schlendern durch Kinsale, einen kleinen touristisch geprägten Ort an der Mündung des Flusses Bandon.
Danach geht es entlang der Südküste auf dem „wild atlantic way“ in Richtung Westen. Dabei begegnen wir dem (wiederaufgebauten) „Old Head Signal Tower“, der zu einer Meldekette von 81 ähnlichen Türmen aus der Zeit 1804 bis 1806 stammt, als man das Anrücken der Französischen Flotte im Blick behalten wollte. Nachdem die „Lusitania“ im ersten Weltkrieg von den Deutschen hier 12 Meilen südlich vor der Küste versenkt wurde, findet sich hier nun eine Gedenkstätte für die über tausend Toten.
Wir haben herrliches und (fast zu) heißes Wetter, so dass die Sandstrände, die es hier in einigen Buchten entlang der sonst steinigen Küste gibt, fast mediterranes Flair verströmen – aber mit viel weniger Badegästen und mit ständig wechselnder Küstenlinie wegen (des starken Tidenhubs).
Auf dem Campingplatz Dessert House bei Clonakilty verbringen wir einen ausgedehnten, sonnigen Nachmittag.
Heute beginnen wir entspannt und haben nur wenig Besichtigung auf dem Programm, kurz noch einmal gucken in Kilkenny und weiter geht es zum Rock auf Cashel.
Unsere Sorge schwer parken zu können, ist hier unbegründet, es gibt einen großen Parkplatz. Rock of Cashel ist als Kathedrale 1091 errichtet worden und von Cromwell 1647 abgebrannt worden. Die Gegend wurde protestantisch. Ein gewaltiger Koloss auf einem riesigem Felsen, umringt von einer soliden Mauer.
Danach geht es auf die Autobahn, denn wir wollten bis südlich von Cork wieder an die Küste. Wir finden ein netten Plätzchen zum Freistehen oberhalb von Kinsale am Charles Fort.
Dort haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Bucht.
Es geht los! Auf zum ersten Leuchtturm, der gleich ein Highlight wird. Dieser Leuchtturm wurde im frühen 13. Jahrhundert erbaut und dient bis heute seiner ursprünglichen Aufgabe. Es soll einer der ältesten funktionsfähigen Leuchttürme der Welt sein. Bis 1791 gab es dort einen Kohlenfeuer, das dann durch eine Walöllaterne mit 12 Lampen mit einem Durchmesser von 3,9 Metern ersetzt wurde. Knapp 100 Jahre später wurden diese durch Gasbeleuchtungen ersetzt. Ab 1972 wurde Strom als Energie genutzt und 1996 wurde dann auf Automatikbetrieb umgestellt.
Hier lassen wir es uns mit einem „Full Irish Breakfast“ und Scones gutgehen.
Weiter geht es über Ausläufer der Blackstairs Mountains nach Kilkenny. Auf dem Weg schauen wir uns die Jerpoint Abbey an.
Das Kloster wurde 1160 vermutlich von Donal McGillapatrick, dem König von Ossory für die Zisterzienser gegründet. Im 15. Jahrhundert, als es zu Kilkenny gehörte, erlebte die Abtei ihre Blütezeit. 1540 wurde das Kloster auf Anordnung von Heinrich VIII. aufgelöst.
Heute sind nur Ruinen verblieben und man braucht eine Menge Fantasie, um der Beschreibung zu folgen.
In KIlkenny haben wir einen schönen Campingplatz und gehen von dort am Fluss entlang in die Stadt. Als erstes sehen wir das Castle.
Richard Strongbow ließ 1172 einen Holzturm errichten, der später zu einer Burg mit vier Türmen wurde. Die größten Teile des Schlosses wurden im 19. Jahrhundert errichtet.
Vom Schloss aus hat man einen wunderbaren Blick in den Rosengarten. Von dort geht es durch die Highstreet hin zur Kathedrale und durch die St. Kieran zurück.
Die Saint Canice’s Cathedral liegt am Nordende der Hauptstraße und ist die zweitgrößte Kathedrale Irlands und bildet so das andere Ende zur Burg. Das hochgotische protestantische Gotteshaus wurde 1251 begonnen, vieles stürzte ein, so dass nur noch der 30 Meter hohe Stumpf des Rundturmes steht. Sie wurde im 15. Jahrhundert vollendet. Besonderer Höhepunkt sind Glasfenster mit Darstellung von Leben, Kreuzigung und Auferstehung Jesu.
Von dort machen wir einen kleinen Abstecher zur katholischen St. Mary’s Cathedral. Sie ist das Wahrzeichen von Kilkenny.
Am Abend der Ankunft fahren wir noch etwa 50km bis nach Fethard, wo wir auf dem Platz „The Norman View“ für eine Nacht reserviert haben. Und tatsächlich ist der Ausblick auf’s Meer ganz schön.
Trotz einiger kleinerer Staus kommen wir pünktlich in Dunkerque an und warten auf die Verschifferung und auf der Fähre auf die Abfahrt.
Abends gibt es Fußball für alle Spanien gegen Belgien, die eine große Fangruppe haben.
Den nächsten Tag verbringen wir mit essen, lesen, spielen. Das Büffett ist gut, aber mit der Zeit gehen immer weniger hin. Wir sind alle irgendwann satt.