Heute beginnt ein langes Wochenende, Montag ist Feiertag und es wird voll überall. Wir fahren früh los, haben Glück und ergattern noch einen Platz auf einem Campingplatz in Rush auf dem Weg zur Halbinsel Howth, die heute unser Ziel ist. Die Klippen sind viel kleiner als im Westen, aber der Klippenwanderung ist wunderschön und wir haben herrliches Wetter (was die Gegenlichtsaufnahme nicht so zeigt).
Auf dem Weg zurück zum Parkplatz auf dem Berg kommt man an dieser Kirchenruine mit einem herrlichen Blick auf den Hafen vorbei.
Wir starten heute wieder mit Sonnenschein und fahren auf Empfehlung nach Carrickmacross und Inniskeen. Erst besuchen wir das alte Workhouse und lassen uns die Lage der armen Landbevölkerung um 1840 bis ins frühe 20. Jahrhundert in der Führung erklären. Eine sehr informative Führung.
Das nächste Ziel ist in einer früheren Kirche untergebrachte Kavanagh Centre. Hier wird uns das Leben und die Arbeit von Patrick Kavanagh (1904-1967) nahegebracht, der hier geboren und nach seinem Tod in Dublin hier beerdigt wurde. Diese Druckpresse baute sei Bruder Peter in New York in den späten 50er Jahren, um Patricks und seine Werke zu veröffentlichen. Peter Kavanagh war Universitätsprofessor und selbst Autor.
In Monasterboice stehen nur noch Ruinen eines alten um 500 gegründeten Klosters, drei dieser Hochkreuze, die biblische Geschichten erzählen und ein Rundturm, alles direkt auf dem neuen Friedhof.
Nachmittags finden wir in Clogherhead wieder einen schönen Platz, dieses Mal wieder mit Blick aufs Wasser, trinken Kaffee und genießen die Sonne im leichten Wind.
Heute gönnen wir uns das zweite „Full Irish Breakfast“ auf unserem Campingplatz. Sehr gehaltvoll.
So gestärkt fahren wir nach Carrick-on-Shannon und besichtigen die St-Georges Church und das dazugehörige Heritage Center. Die Kirche entstand entstand 1827, an einem Platz, an dem die Familie St. George, damals Großgrundbesitzer, Kirchen bauen ließen. Es ist die kleinere der beiden Kirchen im Ort.
Die Costello Mortuary Chapel, angeblich Irlands kleinste Kapelle, wurde 1879 von einem Kaufmann für seine Frau gebaut. Nun liegen da beide, rechts und links. Ihr gegenüber befindet sich der Uhrturm, im Sommer (ohne Regen) sitzen die Menschen drumherum.
Unterwegs gibt es inzwischen größere Häuser mit Steinmauer und größeren Garten.
Im Killykeen Forest Park geht man dem Fliegenfischen nach, im Hintergrund sitzen Angler am Ufer und fischen dort. Langsam klart es etwas auf und wir trauen uns, etwas zu laufen.
Abends suchen wir uns wieder ein Plätzchen am See.
Heute besichtigen wir Sligo, dass für die Region Einkaufsstadt ist, aber trotzdem einige nette Ecken hat. Das Zentrum ist relativ klein und kompakt. Sligo ist eine Kunststadt mit Museum, Ausstellungen und einem Kunstfestival.
Das Courthouse, das vor circa 250 Jahren erbaut wurde, ist wichtig für die gesamte Region. Von dort aus geht es zurück in die Einkaufstraßen mit einigen netten Fassaden.
Anschließend übernachten wir am Lough Arrow auf einem Campingplatz.
Wir machen einen Spaziergang im Park von Ballynahinch Castle und hofften, wir kommen trocken zurück, ganz hat das nicht geklappt.
Die BogTour (Moor) führt uns über eine Connemara Ebene. Die menschenleere Landschaft ist geprägt von Seen, Sümpfen und Felsbrocken…
und es leben hier auch menschengewöhnte Schafe, die sich wenig vom Rand oder der Straße wegbewegen, wenn man kommt.
Aufgrund des Wetters und der vielen Kilometer lassen wir den äußersten Nordwesten aus und fahren nur nach Sligo, um von dort über die Highlands an die Ostküste zu kommen. Heute Nacht bleiben wir auf einem Parkplatz am Lough Gill bei Sligo, um morgen die Stadt zu sehen.
Heute Morgen erwachen wir in dichtem Nebel. Der Wetterbericht verkündet für unsere Region, dass wir nun endlich mal echten irischen Regen bekommen. Wurde ja auch Zeit nach zwei Wochen Dauersonnenschein, der so ganz untypisch sein soll.
Der Weg führt uns durch den Murrooghtoohy Geopark, der Teil des Burren Nationalparks ist, mit seinen Kalksteinformationen. Leider ist das Wetter nicht dazu geeignet, länger zu wandern. So machen wir es wie alle anderen, wir springen aus dem Auto, gucken, fotografieren und sind in spätestens 10 Minuten wieder zurück. Vor 20.000 Jahren war der Burren mit Eis bedeckt und Granit wurde von Galway durch das Eis herüber geschoben. Als es vor 17.000 Jahren schmolz, blieben die Steine zurück. Diese Bucht wurde in der letzten Eiszeit, vor etwa 6000 Jahren, so geformt. Davor standen da deutlich mehr Bäume, es gab Moore und Seen. Die Menschen, die nach der Eiszeit hierher zogen, fällten Bäumen und das führte zu Erosion des Bodens durch Regen und Wind.
Gegen Mittag hört der Regen auf und der Nebel lichtet sich.
Unser heutiges Ziel ist Galway. Wir stehen auf einem (einigermaßen) stadtnahen Campingplatz und fahren mit dem Bus ins Zentrum.
Die Galway Cathedral ist ein Neubau von 1965, der durch Spendengelder der Diozöse und ausländische Großspender finanziert wurde. Sie kostete damals 1.000.000 Pfund. Edle Steinmaterialien aus der Region und Hölzer aus aller Welt gestalten diese – von der Architektur her „romanische“ – Kirche.
Es ist Samstag und so ist die Fußgängerzone von Galway proppevoll. Musik tönt aus vielen Pubs und es gibt jede Menge Restaurants – allerdings die wenigsten mit irischer Küche, sondern viel internationales, besonders italienisch ist beliebt.
Auf dem Weg nach Loop Head fahren wir wieder den Wild Atlantik Way entlang, d.h. sehr schmale Straßen und wir stellen fest, dass sich die Landschaft ändert und damit auch die Landwirtschaft. Zwischendurch sehen wir schöne Häuser und große Höfe.
An der Spitze von Loop Head steht wieder einmal ein Leuchtturm. Von ihm aus hat man wieder tolle Blicke auf Klippen, Flora und Fauna.
Auf einer vorgelagerten Klippe leben jede Menge Vögel, besonders sichtbar sind die Möwen.
Langsam sind wieder fast alle Wolken verschwunden, die Sonne scheint und wir gucken ein wenig auf einem Felsenplateau herum und genießen den weiten Blick im Wind.
An den Cliffs of Moher zieht es wieder deutlich zu und es ist leider alles grau in grau. Erst am nächsten Morgen wird klar, warum sich die Mitarbeiter über dieses Wetter freuen. Spoiler: Morgen ist es komplett neblig, es regnet, was hier sehr oft der Fall sein soll.
Wir übernachten auf dem Parkplatz und denken noch, vielleicht können wir morgens noch einmal gucken. Nun ja. Nach dem Ring of Kerry und Dingle hatten es diese Klippen eh schon schwer bei uns und da nun keine Sonne scheint…. Sie sind extrem ausgebaut mit riesigen Parkplätzen, von denen man erst eine Straße überqueren und einen Weg zurück legen muss, um zum Visitor Center und dann über breite Treppen zu den Aussichtpunkten zu gelangen.
Vom Süden auf der Halbinsel Dingle geht es auf die Küstenstraße im Westen, die nur im Uhrzeigersinn befahren werden soll, da sie wieder nur einspurig ist. Es finden sich wieder großartige Klippen und viele Sandstrände.
Zwischendurch waren wir im Blasket Zentrum, indem wir viel über die gälische Sprache und Kultur lernen konnten. Die Blasket Islands liegen hier vor der Küste und wurden 1953 evakuiert, weil zu wenig Menschen noch dort lebten, da viele nach Amerika ausgewandert sind.
Wir verlassen die Dingle Halbinsel und suchen und einen Schlafplatz am Strand, herrlich ruhig dort.
Morgens begegnen uns einige Reisebusse, da wir ein Stück zurück nach Cahersiveen fahren. Aber unsere kleinen Straßen können sie nicht nehmen, die wir gestern hatten. Heute steht der letzte „Finger“ auf dem Programm: Dingle, d.h. heute erst einmal eine Überführungsetappe auf zum Teil größeren Straßen. Wieder ein riesiger Strand in Inch, den man mit Autos befahren darf, liegt an der Strecke.
In Dingle ist touristisch viel los, das besonders unten am Hafen.
Etwas erhöht finden sich in der Hinterhöfen Pubs kombiniert mit Bakeries, jede Menge kleine Geschäfte usw.
Wir übernachten auf einer grünen Wiese, die zu einem Pub gehört und kostenlos bzw. gegen Bewirtung im Pub zur Verfügung gestellt wird. Wir haben einen herrlichen Blick aufs Meer.