Dublin Tag 2

Heute geht es nochmal in die Stadt.

Irland ist stolz auf seine Poeten und Autoren, darunter Oscar Wilde, dem mehrere Denkmäler in der Stadt gesetzt sind.

Und natürlich ist im Stadtviertel Temple Bar jeder Pub stolz auf seine Vergangenheit mit diesem oder jenem prominenten Besucher.

In der traditionsreichen Universität Trinity College findet sich mein absolutes Highlight: Die Old Library, in der – unter 200.000 überwiegend mittelalterlichen Büchern – auch das „Book of Kells“ aufbewahrt ist. Das ist eine reich verzierte Handschrift der vier Evangelien aus dem neunten Jahrhundert.

Mindestens ebenso sehenswert ist der große Saal der Old Library.

Der für heute angesagte Regen erreicht Dublin erst, nachdem wir schon auf dem Campingplatz zurück sind. Insgesamt hatten wir auch hier in Dublin – anders als zunächst erwartet – gutes Wetter.

Dublin Tag 1

Wir haben uns für drei Nächte auf dem Camac Valley Camping vor den Toren Dublins eingebucht. Der Bus hält direkt am Platz und bringt uns ins Zentrum.

Dublin liegt am Fluss Liffey, der mit seinen Uferstraßen das Bild in der Mitte prägt. Nördlich findet sich mit der O’Connell Street das wirtschaftliche Zentrum. Hier fanden einige der für das irische Selbstverständnis so wichtigen Freiheitskämpfe statt, bei der sich „Aufständische“ gegen die englischen Herrscher / Besatzer / Kolonialherren wehrten. So zum Beispiel unter der Führung von Jim Larkin 1916 vor dem Postamt, in dem sich die britischen Truppen verschanzt hatten.

Die St.Patrick’s Cathedral war über mehrere Jahrzehnte der Predigtort des Dekans Jonathen Swift (ja, das ist der berühmte Autor von Gullivers Reisen – was übrigens nicht als Kinderbuch gemeint war, sondern als Satire auf die britischen Herrscher). Die Kirche ist in gotischer Architektur errichtet und die Größte Irlands.

Stolz ist man auch auf die gegenüberliegende Chorschule, für deren Schüler die zweimal tägliche Mitwirkung des Knabenchores am Gottesdienst seit Jahrhunderten bis heute zum Standard gehört. Leider sind gerade Schulferien, so dass wir es nicht erleben können.

Der Besuch im Auswanderermuseum hinterlässt bei uns einen merkwürdigen Eindruck: Hier wird stark betont, welchen Einfluss die Auswanderer in aller Welt genommen haben und dass viele wichtige Persönlichkeiten – insbesondere Künstler – auf irische Vorfahren zurückgehen.

Zur Besichtigung des vor dem Musem liegenden Auswandererschiffes kommen wir nicht mehr, weil wir einen Termin haben: Nach dem Niedergang der Vielzahl von Whiskeybrennereien in den 1920er Jahren (britischer Handeslboykott nach den Unabhängigkeitskämpfen, Prohibition im wichtigen Absatzmarkt USA, Rezession) blieben um die Jahrtausendwende nur drei Brennereien übrig, die nun mit ihrer Größe den Markt des irischen Whiskey beherrschen. Erste Neugründung war 2015 die Teeling Distillery, für deren „Distillery Experience“ wir schon lange vorab gebucht hatten. Highlight sind die drei Kupferkessel, in denen nach dem Pot Still Verfahren „triple distilled“ wird. In der anschließenden Verkostung kommen wir zu dem Schluss, dass wir hier keine „Erinnerungsflasche“ einkaufen, weil der Whiskey zwar ordentlich, aber nichts Besonderes ist / hat.

Trim

Auf dem Weg nach Dublin kommen wir in Trim vorbei und besuchen das Normannen-Castle, das für Unterdrückung der Briten über die Iren steht.

Der Turm ist noch zu besichtigen und zeigt eine Ausstellung zur ursprünglichen Anlage. Es wurde 1175 bis 1250 von Hugh von Lacy erbaut, erst als Holzburg, später aus Stein. Das Vorbild war das französischen Schloss aus Angers unter Heinrich II.

1647 wurde es von den Katholiken gestürmt, kurze Zeit später von Cromwell eingenommen.
Der Fluss „Boyne“ wurde für den Transport des Baumaterials genutzt.

Wir machen noch einen Spaziergang durch den Ort und finden diese alte Brücke über die Boyne.

Nachmittags erreichen wir unseren neuen Standort in Dublin.

Slane

Da wir heute nur nach Slane wollen, haben wir Zeit erneut an der Küste zu gucken, aber seit langer Zeit können wir gar nicht dort parken. so gucken wir uns noch den Hill of Slane an, die Ruinen einer Abtei und eines Klosters oberhalb von Slane.

Im Park von Slane Castle befindet sich auch die Distillerie „Slane“, die wir heute besuchen und ein Whiskey-Tasting machen.

Diese findet in den umgebauten Stallungen des Schlosses statt. Sehr moderne Pots und Bottiche zum Brennen. Gelagert werden die Produkte dann in Eichenholzfässern, in denen der Whiskey dann reift.

Hier am Fluss finden wir einige Meter weiter einen schönen Platz für die Nacht.

Howth

Heute beginnt ein langes Wochenende, Montag ist Feiertag und es wird voll überall.
Wir fahren früh los, haben Glück und ergattern noch einen Platz auf einem Campingplatz in Rush auf dem Weg zur Halbinsel Howth, die heute unser Ziel ist.
Die Klippen sind viel kleiner als im Westen, aber der Klippenwanderung ist wunderschön und wir haben herrliches Wetter (was die Gegenlichtsaufnahme nicht so zeigt).

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz auf dem Berg kommt man an dieser Kirchenruine mit einem herrlichen Blick auf den Hafen vorbei.

Carrickmacross, Inniskeen, Monasterboice, Clogherhead

Wir starten heute wieder mit Sonnenschein und fahren auf Empfehlung nach Carrickmacross und Inniskeen.
Erst besuchen wir das alte Workhouse und lassen uns die Lage der armen Landbevölkerung um 1840 bis ins frühe 20. Jahrhundert in der Führung erklären. Eine sehr informative Führung.

Das nächste Ziel ist in einer früheren Kirche untergebrachte Kavanagh Centre. Hier wird uns das Leben und die Arbeit von Patrick Kavanagh (1904-1967) nahegebracht, der hier geboren und nach seinem Tod in Dublin hier beerdigt wurde.
Diese Druckpresse baute sei Bruder Peter in New York in den späten 50er Jahren, um Patricks und seine Werke zu veröffentlichen. Peter Kavanagh war Universitätsprofessor und selbst Autor.

In Monasterboice stehen nur noch Ruinen eines alten um 500 gegründeten Klosters, drei dieser Hochkreuze, die biblische Geschichten erzählen und ein Rundturm, alles direkt auf dem neuen Friedhof.

Nachmittags finden wir in Clogherhead wieder einen schönen Platz, dieses Mal wieder mit Blick aufs Wasser, trinken Kaffee und genießen die Sonne im leichten Wind.

Carrick-on-Shannon, Killykeen Forest Park

Heute gönnen wir uns das zweite „Full Irish Breakfast“ auf unserem Campingplatz. Sehr gehaltvoll.

So gestärkt fahren wir nach Carrick-on-Shannon und besichtigen die St-Georges Church und das dazugehörige Heritage Center. Die Kirche entstand entstand 1827, an einem Platz, an dem die Familie St. George, damals Großgrundbesitzer, Kirchen bauen ließen. Es ist die kleinere der beiden Kirchen im Ort.

Die Costello Mortuary Chapel, angeblich Irlands kleinste Kapelle, wurde 1879 von einem Kaufmann für seine Frau gebaut. Nun liegen da beide, rechts und links. Ihr gegenüber befindet sich der Uhrturm, im Sommer (ohne Regen) sitzen die Menschen drumherum.

Unterwegs gibt es inzwischen größere Häuser mit Steinmauer und größeren Garten.

Im Killykeen Forest Park geht man dem Fliegenfischen nach, im Hintergrund sitzen Angler am Ufer und fischen dort. Langsam klart es etwas auf und wir trauen uns, etwas zu laufen.

Abends suchen wir uns wieder ein Plätzchen am See.

Sligo

Heute besichtigen wir Sligo, dass für die Region Einkaufsstadt ist, aber trotzdem einige nette Ecken hat. Das Zentrum ist relativ klein und kompakt. Sligo ist eine Kunststadt mit Museum, Ausstellungen und einem Kunstfestival.

Das Courthouse, das vor circa 250 Jahren erbaut wurde, ist wichtig für die gesamte Region. Von dort aus geht es zurück in die Einkaufstraßen mit einigen netten Fassaden.

Anschließend übernachten wir am Lough Arrow auf einem Campingplatz.

Connemara

Wir machen einen Spaziergang im Park von Ballynahinch Castle und hofften, wir kommen trocken zurück, ganz hat das nicht geklappt.

Die BogTour (Moor) führt uns über eine Connemara Ebene. Die menschenleere Landschaft ist geprägt von Seen, Sümpfen und Felsbrocken…

und es leben hier auch menschengewöhnte Schafe, die sich wenig vom Rand oder der Straße wegbewegen, wenn man kommt.

Aufgrund des Wetters und der vielen Kilometer lassen wir den äußersten Nordwesten aus und fahren nur nach Sligo, um von dort über die Highlands an die Ostküste zu kommen.
Heute Nacht bleiben wir auf einem Parkplatz am Lough Gill bei Sligo, um morgen die Stadt zu sehen.