Wir haben uns für drei Nächte auf dem Camac Valley Camping vor den Toren Dublins eingebucht. Der Bus hält direkt am Platz und bringt uns ins Zentrum.

Dublin liegt am Fluss Liffey, der mit seinen Uferstraßen das Bild in der Mitte prägt. Nördlich findet sich mit der O’Connell Street das wirtschaftliche Zentrum. Hier fanden einige der für das irische Selbstverständnis so wichtigen Freiheitskämpfe statt, bei der sich „Aufständische“ gegen die englischen Herrscher / Besatzer / Kolonialherren wehrten. So zum Beispiel unter der Führung von Jim Larkin 1916 vor dem Postamt, in dem sich die britischen Truppen verschanzt hatten.

Die St.Patrick’s Cathedral war über mehrere Jahrzehnte der Predigtort des Dekans Jonathen Swift (ja, das ist der berühmte Autor von Gullivers Reisen – was übrigens nicht als Kinderbuch gemeint war, sondern als Satire auf die britischen Herrscher). Die Kirche ist in gotischer Architektur errichtet und die Größte Irlands.

Stolz ist man auch auf die gegenüberliegende Chorschule, für deren Schüler die zweimal tägliche Mitwirkung des Knabenchores am Gottesdienst seit Jahrhunderten bis heute zum Standard gehört. Leider sind gerade Schulferien, so dass wir es nicht erleben können.

Der Besuch im Auswanderermuseum hinterlässt bei uns einen merkwürdigen Eindruck: Hier wird stark betont, welchen Einfluss die Auswanderer in aller Welt genommen haben und dass viele wichtige Persönlichkeiten – insbesondere Künstler – auf irische Vorfahren zurückgehen.

Zur Besichtigung des vor dem Musem liegenden Auswandererschiffes kommen wir nicht mehr, weil wir einen Termin haben: Nach dem Niedergang der Vielzahl von Whiskeybrennereien in den 1920er Jahren (britischer Handeslboykott nach den Unabhängigkeitskämpfen, Prohibition im wichtigen Absatzmarkt USA, Rezession) blieben um die Jahrtausendwende nur drei Brennereien übrig, die nun mit ihrer Größe den Markt des irischen Whiskey beherrschen. Erste Neugründung war 2015 die Teeling Distillery, für deren „Distillery Experience“ wir schon lange vorab gebucht hatten. Highlight sind die drei Kupferkessel, in denen nach dem Pot Still Verfahren „triple distilled“ wird. In der anschließenden Verkostung kommen wir zu dem Schluss, dass wir hier keine „Erinnerungsflasche“ einkaufen, weil der Whiskey zwar ordentlich, aber nichts Besonderes ist / hat.
